Ralf Peters: Open Home

Fotoausstellung: Ralf Peters bis 27.06.2010 München
Ralf Peters: Open Home

Künstlergespräch am 30.04.2010 um 15 Uhr
Ralf Peters untersucht in seinen Arbeiten die Bildhaftigkeit der Fotografie und die Bildhaltigkeit der Wahrnehmung. Seine Fotoserien von Gebrauchs- und Vergnügungsarchitekturen, von Tankstellen, Flughäfen und Ferienanlagen sind niemals nur bloße Wiedergabe ihrer Objekte.

 

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Ralf Peters – Open Home

30. April – 27. Juni 2010 Stadtmuseum München

In der Ausstellung OPEN HOME präsentiert das Münchner Stadtmuseum drei der jüngsten Serien des Künstlers – Sar, Seoul (beide 2009) und Salta (2008) – die Ausblicke aus den Empfangshallen internationaler Flughäfen zeigen.

http://www.muenchner-stadtmuseum.de
http://www.stadtmuseum-online.de

Für Millionen von Touristen ist der Flughafen jede Saison aufs Neue das Tor zur Welt, wenn sie in ihren wohlverdienten Jahresurlaub aufbrechen. Reisen, egal wie pauschal und normiert der Urlaub auch sein mag, gilt nach wie vor als primäre Lebenserfahrung. Dabei ist gerade unsere Vorstellung eines gelungenen Urlaubs hochgradig konditioniert – durch Bilder aus Prospekten, Fernsehserien, Abenteuerfilmen etc.. Was wir auf Reisen wahrnehmen, orientiert sich an den Bildern in unserem Kopf – die Wiederkehr der immergleichen Ansichten von Sonnenuntergängen, Sandstränden, Steilküsten und Palmen in zahllosen Urlaubsalben ist anschauliches Zeugnis davon. Schon das Fernweh, Motivation jeder Urlaubsreise, ist eine aus Bildern gespeiste Projektion, eine Idealisierung der Realität.

Mit dem in allen drei Serien dominierenden Motiv des Fensters greift Ralf Peters einen bekannten Topos der Kunstgeschichte auf. Das Bild als Fenster ist eine seit der Renaissance gängige Metapher, die allerdings mit dem Aufkommen der Fotografie im 19. Jahrhundert eine neue Qualität erhält: der Ausblick, den die Tafelmalerei bot, wurde noch als Blick in eine künstlerisch gestaltete Welt, in eine von der Wirklichkeit unterschiedene also, verstanden; die Fotografie, ausgestattet mit der Autorität des Authentischen, galt seit ihren Anfängen als direktes Fenster zur Realität. Ihre Medialität wurde dabei tendenziell übergangen, das Medium erschien transparent – ein Kurzschluss, der in den Fotografien von Ralf Peters problematisch wird.

Ralf Peters, geboren 1960 in Lüneburg, hat an den Hochschulen in Braunschweig, Nîmes und München studiert. Nach seinem Studium beschäftigte er sich zunächst vor allem mit plastischen Arbeiten, bevor er sich Mitte der 1990er Jahre verstärkt der Fotografie zugewandt hat.

Zur Ausstellung ist unter dem Titel Until Today im Hatje Cantz Verlag ein Katalog mit Texten von Klaus Honnef, Renate Puvogel, Raimar Stange und Heinz Kattner erschienen, der einen Überblick zum fotografischen Werk von Ralf Peters seit 1995 bietet.

30.04.-27-06.2010 München Stadtmuseum
Ralf Peters: Open Home

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Archiv: Nude Visions – Körperbilder

150 Jahre Körperbilder in der Fotografie

NUDE VISIONS 160 Jahre Körperbilder in der FotografieFast 25 Jahre nach der legendären Ausstellung ‘Das Aktfoto’ stellt das Münchner Stadtmuseum aus seiner Sammlung Fotografie etwa 200 Originalaufnahmen aus dem Zeitraum von 1855 bis 2005 vor. In sechs Kapiteln werden die durch die Fotografie vermittelten Körperbilder erforscht.

Am Anfang der Fotoausstellung stehen die ‘Akademien’ von Louis Igout, Auguste Belloc, Gaudenzio Marconi, Eadweard Muybridge, Vincenzo Galdi oder Guglielmo Plüschow, die im 19. Jahrhundert Malern, Zeichnern und Bildhauern als Studienvorlagen dienen.

In der symbolistisch geprägten Kunst des Fin-de-Siècle entdecken Alfred Stieglitz, Germaine Krull und Wilhelm von Gloeden den Akt als Abbild von Seelenstimmungen.

Die Befreiung von den moralischen Zwängen der Zivilisation und Industrialisierung feiert der Naturismus in Aufnahmen von Gerhard Riebicke und Fritz Henle, der in den Körperkult des Bodybuilding und das heroische Körperideal im Nationalsozialismus aufgeht.

Der Traum vom verführerischen Orient lebt in den Aufnahmen von Lehnert & Landrock auf.

Das umfangreiche Kapitel ‘Avantgarden’ zeigt die abstrakten Experimente in der Fotografie des 20. Jahrhunderts am Beispiel von Francis Bruguière, Ruth Bernhardt, Josef Breitenbach, Heinz Hajek-Halke, Marta Hoepffner, André Kertesz, Helmut Lederer, Floris M. Neusüss, Dennis Oppenheim, Franz Roh, Otto Steinert, Sasha Stone, Karel Teige und Edward Weston.

© Bert Stern, Marilyn Monroe aus der Serie: The last sitting, 1962
© Bert Stern, Marilyn Monroe aus der Serie: The last sitting, 1962

In ‘Glamour’ werden verschiedene Szenarien des unbekleideten Körpers in der Mode- und Lifestyle-Fotografie des Ateliers Manassé und bei André Gelpke, Bert Stern, Guy Bourdin, Hans Feurer, Cheyco Laidman, Serge Nazarieff, Helmut Newton, Hermann Stamm, Juergen Teller und Gerhard Vormwald zum Thema.

Außerdem werden ausgewählte Arbeiten von Amateuren und der Männerakt als Ausdruck homophiler Emanzipation in Bildern von Frank Eugene, Will McBride, Pierre Molinier, Herbert List und Helmut Roettgen vorgestellt.

Parallel dazu wird eine Auswahl von 50 Original-Büchern und Zeitschriften aus der umfangreichen Akt-Bibliothek Uwe Scheid präsentiert, die bedeutende Inkunabeln der Neuen Sachlichkeit und Surrealismus von Man Ray bis William Mortensen enthält.

NUDE VISIONS 160 Jahre Körperbilder in der FotografieBegleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Kehrer-Verlag, Heidelberg mit 250 Abbildungen und Aufsätzen, zweisprachig (deutsch-englisch).
Dr. Ulrich Pohlmann ist Kurator der Ausstellung und Textautor des Bildbandes.
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Nude Visions – 150 Jahre Körperbilder in der Fotografie
Münchner Stadtmuseum – Sammlung Fotografie
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Archiv: Das Leben der Dinge

Stillleben in der Fotografie

August Kotzsch, Kartoffeln, um 1870, © Sammlung Dietmar SiegertDas Leben der Dinge
Die Idee vom Stillleben in der Fotografie 1840-1985
150 Aufnahmen aus der Sammlung Siegert
Seit Beginn der 1970er Jahre sammelt der Münchner Regisseur und Produzent Dietmar Siegert Fotografien des 19. und 20. Jahrhunderts und hat bis heute eine der international bedeutendsten Privatsammlungen des Mediums aufgebaut. Einer der Schwerpunkte liegt in dem Genre des Stilllebens und der Nature Morte.

Mit 150 ausgewählten Originalabzügen gibt die Fotoausstellung erstmals einen Ein- und Überblick in die Idee vom Stillleben in der Fotografie. Die ungewöhnliche Sammlung zeigt neben den klassischen Sujets wie Blumen, Esswaren und kunstgewerblichen Gegenständen auch zahlreiche Fundstücke, darunter surreale und abstrakte Kompositionen. Neben berühmten Inkunabeln sind immer wieder zahlreiche noch wenig bekannte Aufnahmen und Fotografen zu entdecken.

Wie in der Malerei galt das Stillleben in der Fotografie des 19. Jahrhunderts als niederrangiges und für gewerbliche Zwecke nur eingeschränkt nutzbares Sujet. Daraus erwuchsen eigene gestalterische Möglichkeiten. Das Stillleben bot den Fotografen eine Bühne für Experimente, die an Darstellungsformen in der Malerei anknüpften. Im 19. Jahrhundert dominieren Kompositionen mit Früchten, Blumen, Jagdstücke und Küchenstillleben, die vielfach auch als Vorlagen für Maler Verbreitung fanden und beispielsweise von Gustave Courbet, Edouard Manet und den Malern der Schule von Barbizon genutzt wurden (u.a. von den französischen Fotografen Camille Silvy, Charles Aubry und dem Heidelberger Georg Maria Eckert). Bereits in dieser Zeit findet man eine neue Art und Weise der Interpretation der Dingwelt in der Fotografie (z.B. bei den deutschen Fotografen Ludwig Belitski und August Kotzsch), die Assoziationen an die neusachliche Bildsprache der Moderne weckt.

Die Exponate aus dem 20. Jahrhundert geben einen Überblick von der Grenzerweiterung bis zur Auflösung der traditionellen Gattung Stillleben (u.a. mit Arbeiten von Man Ray, Roger Parry, Walker Evans, Hans Bellmer, Madame d`Ora bis hin zu David Hockney, Les Krims und Jürgen Klauke). Einen besonderen Schwerpunkt bietet die reiche Auswahl an Werken des französischen und tschechischen Surrealismus (Emila Medková, Vilém Reichmann, Václav Zykmund, Jan Svoboda und Alois Nozicka) und des Bauhauses (Herbert Bayer, Walter Peterhans, Oscar Nerlinger), in denen die neusachliche Ordnung aber auch die verstörende unheimliche Seite des Nature Morte zur Darbietung kommt.

Die Sammlung Dietmar Siegert umfasst weiterhin Stillleben von Eugène Atget, Alinari, Erwin Blumenfeld, Frantisek Drtikol, Hans Finsler, Wilhelm von Gloeden, Franz Hanfstaengl, Raul Hausmann, Lewis Hine, Herbert List, Albert Renger-Patzsch, Christian Schad, Friedrich Seidenstücker, Giorgio Sommer, Emmanuel Sougez, Anton Stankowski, Josef Sudek, Wols u.v.a.m.

Das Leben der Dinge
Die Idee vom Stillleben in der Fotografie 1840-1985.
150 Aufnahmen aus der Sammlung Siegert
Zur Fotoausstellung ‘Das Leben der Dinge’ ist ein Buch erschienen bei der Edition Braus im Wachter Verlag, Heidelberg, herausgegeben und mit Aufsätzen von Dorothea Ritter, Kunst- und Kulturwissenschaftlerin. Das Buch ist im Museumsladen zu 29,80 Euro erhältlich.

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Archiv: Stilles Leben. Wenn die Dinge träumen

Aufnahmen aus der Sammlung 1910-2008
Begleitend zur Ausstellung ‘Das Leben der Dinge’ präsentiert die Sammlung Fotografie des Stadtmuseums München eine Auswahl von 60 Originalfotografien von 1910 bis 2008 zum Thema Stillleben mit Arbeiten von Berenice Abbott, Josef Breitenbach, Joachim Brohm, Robert Häusser, Martha Hoepffner, Lotte Jacobi, Peter Keetman, Adolf Lazi, Herbert List, Willi Moegle, Floris M. Neusüss, Thomas Ruff, Friederike Schmitt-Breuninger, Toni Schneiders, Hanna Seewald und Otto Steinert. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, er ist für 5,00 Euro im Museumsladen erhältlich.

Sammlung Fotografie
Stadtmuseum München
http://www.stadtmuseum-online.de

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