CAMERA AUSTRIA International Nr. 110
“Das Titelbild der vorliegenden Ausgabe von Camera Austria zeigt einen Ausschnitt aus einem Naturstück: Mit “Nature morte – Scenette”, einer Fotoarbeit, die im Museum der kroatischen Jägervereinigung in Zagreb entstanden ist, eröffnet die französische Künstlerin Chrystel Lebas auch ihren Bildbeitrag in diesem Heft. Lebas’ Arbeit – über einen langen Zeitraum erarbeitete Fotoserien, zu denen parallel oft auch Videofilme entstehen – widmen sich einem einzigen Thema: dem Nachdenken über Natur und Landschaft.
http://www.camera-austria.at
Der Bedeutung des Naturerlebens für unsere Erfahrung von Raum geht Sandra Križić Roban in ihrem begleitenden Text nach. Entscheidende Rolle kommt dabei der Reflexion darüber zu, welche Möglichkeiten Medien wie Fotografie und Video bieten, solche Raumerfahrung aufzuzeichnen, und welchen Bedingungen das Lesen dieser Bilder unterworfen ist. Uns wird Konzentration und Geduld abverlangt, denn die statischen Szenen, aufgenommen im Restlicht des Abends oder im Morgengrauen, geben nur nach und nach faktische Information preis, aber sie erlauben damit auch, in derselben Bewegung unseren Blick auf die Natur wie auch auf das Bild neu zu schärfen.
Der Bezug zu konkreten Orten, denen sich die AutorInnen jedoch mit sehr unterschiedlichen künstlerischen Strategien annähern, verbindet als roter Faden die Beiträge in diesem Heft: Der österreichische Künstler und Historiker Arno Gisinger führt mit Florian Ebner ein Gespräch über seine Projekte, in deren Zentrum die Frage der visuellen Repräsentation von Geschichte steht. Dabei werden die Funktionen, aber auch die Grenzen des fotografischen Bildes ausgelotet und die zentrale Frage angesprochen, welche Rolle das Medium Fotografie in der Konstruktion von Geschichte und Erinnerung spielt. Den Ausgangspunkt hierfür bildet Gisingers jüngst erschienenes Buch Konstellation. Walter Benjamin en exil über die Exil-Orte des deutschen Philosophen Walter Benjamin, die wie alle weiteren Arbeiten immer an konkrete Orte und Ereignisse gebunden ist: Die Serie “Indices” behandelt die französische Résistance im Zweiten Weltkrieg. Die Arbeit “Vétérans & Cu Chi” führt zu den mittlerweile zur Tourismusattraktion verkommenen Tunnelsystemen des Vietkong. “Hotel Jugoslavija” schließlich dokumentiert eine Reise in die Nachfolgestaaten Jugoslawiens an die Stätten des letzten Krieges in Europa.
Als dritte Position in diesem Heft stellen wir die der topographischen Untersuchung des urbanen Raums gewidmete Arbeit von Arne Schmitt vor, dessen Arbeitsweise – der serielle Charakter seiner Fotografie, und die von ihm vorrangig gewählte Präsentationsform des Künstlerbuches – im Kontext konzeptueller wie auch dokumentarischer Positionen steht. Die fotografische Recherche und Formgebung bei Arne Schmitt richtet sich auf Orte und Situationen im Ungeordneten, Randständigen und Beiläufigen. Maren Lübbke-Tidow führt in diese Arbeit ein: “Das ‘provisorische Gebiet’ ist der Raum alltäglicher Erfahrung an einem nach alltäglichen Normen ‘falschen Ort’. Für Schmitt ist es der perfekte Ort. Mit ihm entstehen so etwas wie kulturelle Topographien, die zu erkunden und zu zeigen der Künstler sich aufgemacht hat”.
Text: CAMERA AUSTRIA
CAMERA AUSTRIA International Nr. 110
ISBN 978-3-900508-82-1
Preis des Einzelheftes: EUR 15,-
Die Zeitschrift ist in ausgewählten Kunstbuchhandlungen, über den Vertrieb Vice Versa, Berlin erhält sowie direkt beim Verlag.
http://www.camera-austria.at
Cover: CHRYSTEL LEBAS, Nature Morte – Scenette, Untitled 1, 2008.
CAMERA AUSTRIA
Kunsthaus Graz
Lendkai 1
A-8020 Graz
http://www.camera-austria.at
:::
Archiv: CAMERA AUSTRIA Heft 1/2010 (Nr. 109)
CAMERA AUSTRIA Heft 1/2010 (Nr. 109)
Maria Muhle stellt die Arbeiten der österreichischen Künstlerin Anna Artaker vor. Wiedererkennung und Identifizierung einerseits, Namenlosigkeit und Unsichtbarkeit andererseits, sind zwei theoretische Komplexe, die – so die Analyse der Autorin – Artaker in ihren Arbeiten vornehmlich auf dem Feld der Geschichtsschreibung hinterfragt.
Rike Frank führt mit der in Dublin lebenden Künstlerin Sarah Pierce ein Gespräch über ihre Arbeiten, die vor allem durch diskursive Formate wie Interviews, Gespräche und Texte gekennzeichnet sind. Pierce legt Archive an, initiiert Workshops und entwickelt komplexe Installationen, die oft auf intensiven Rechercheprozessen aufbauen.
Das kanadische Künstlerpaar Condé and Karl Beveridge arbeitet seit den späten 1960er Jahren zusammen, als sie in New York im Umfeld der Künstlergruppe Art and Language tätig waren bevor sie nach Toronto zogen, wo sie auch heute leben. Condé und Beveridge sind Autoren einer politischen Kunst, die sich mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit, mit ökonomischen und ökologischen Themen befassen und die in ihren Inszenierungen, Fotomontagen und Serien das Medi- um Fotografie in direkter Zusammenarbeit mit Aktivisten und Betroffenen einsetzen. Für Camera Austria haben sie eine Auswahl aus ihrem facettenreichen Werk zusammengestellt, die Allan Sekula, dessen Freundschaft mit den beiden Künstlern schon auf ihre gemeinsame Zeit in New York zurückgeht, mit einem Essay begleitet.
CAMERA AUSTRIA International Nr. 109
ISBN 978-3- 900508-81-4
Einzelheft 15,- EUR
CAMERA AUSTRIA
Kunsthaus Graz
Lendkai 1
A-8020 Graz
http://www.camera-austria.at
Weitere Beiträge in Fotozeitschriften
- Fotozeitschrift PHOTONEWS
- Fotozeitschrift FineArtPrinter
- Fotowettbewerbe-Kalender
- Fotozeitschrift DigitalPHOTO
- Fotozeitschrift C'T Digitale Fotografie
- Fotozeitschrift digit!
- Red Box 2010
- Foam Magazine #23 City Life
- Fotozeitschrift PHOTOPRESSE
- Fotozeitschrift SPIEGELREFLEX digital
- Fotozeitschrift FOTOFORUM
- Fotozeitschrift dienacht
- Thomas Maschke's Photoscala
- Picturetom sichtet Bildermarkt
- Fotozeitschrift PICTORIAL
