Esther Haase und Susanne Schapowalow
Die Ausstellung mit Aufnahmen der jungen Photographin Esther Haase ist dem Tangotanz gewidmet. Die leidenschaftlichen Aufnahmen sind auf Kuba und in Argentinien entstanden.
Esther Haase
Esther Haases lebhafte Photographien spiegeln die Dynamik des Tanzes wieder. Während ihrer Ausbildung zur Balletttänzerin hat sie sehr früh ihre Liebe zum Tanz als „unmittelbarstes und intimstes Ausdrucksmittel“ entdeckt.
Der Künstlerin geht es in ihren Bildern nicht um die akrobatische Leistung, sondern um die Leidenschaft, das Verlangen, die Freiheit, die Erotik und die Hingabe der Körper für die Dauer eines Tanzes. Die Freude am Körper und die daraus resultierende Erotik inszenierte Esther Haase mit Tänzern und Modellen in den ursprünglichen Kulissen der Bars der Einheimischen und in den Milongas zwischen Buenos Aires, Havanna und Santiago.
Esther Haase absolvierte eine klassische Tanzausbildung an der staatlichen Akademie in Köln und tanzte anschließend mehrere Jahre auf der Bühne. Von 1988 bis 1993 studierte sie an der Hochschule der Künste in Bremen. Es folgte eine Mitarbeit im Art Department der Männer Vogue in München. Seit 1993 arbeitet sie als Photographin und reist für ihre Aufträge rund um die Welt. Esther Haase hat für ihre Arbeit zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen und Preise bekommen, wie z.B. den Reinhard-Wolf-Preis, den Art Directors Club (ADC) Gold und den Kodak Photopreis.
Susanne Schapowalow
Demgegenüber bieten uns die noch nie zuvor in voller Vergrößerung ausgestellten 40 Porträtaufnahmen der 87 jährigen Photographin Susanne Schapowalow einen faszinierenden Einblick in die Zeit als der Rock n’ Roll noch Jazz hieß und dieser noch eine weltweite Bewegung war. Mit einer Nähe zum Künstler, die heutzutage undenkbar ist, zeigen die Porträtaufnahmen berühmte Jazzmusiker wie Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Nina Simone, Miles Davies oder Quincy Jones, dessen Band sie zwei Monate auf Tournee durch Europa begleitete. Ihre teils sehr innige Freundschaft zu den Porträtierten wie Duke Ellington oder Chet Baker, ermöglichten ihr die Wiedergabe der einzigartigen Konzertatmosphäre, aber auch einen außergewöhnlich intimen Blick hinter die Bühne und somit in das Privatleben der Musiker.
Insbesondere in den zwei Photographien des bekannten deutschen Jazztrompeters Fred Bunge in der Ruinenlandschaft des zerbombten Hamburgs zeigt sich eine Nachkriegszeit, in der ein unerschütterlicher wie authentischer Wille nach Leben und Aufbruch zu erkennen ist, jenseits der aufwendigen Inszenierungen heutiger Tage.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Porträts bedeutender Personen der Zeitgeschichte wie Ernst Rowohlt, Igor Strawinsky oder Albert Schweitzer, der in väterlicher Haltung der damals jungen Photographin nur zwei Aufnahmen von sich erlaubt hat. Oder Orson Welles, dessen Heiratsantrag an Ruth Niehaus, der deutschen Rita Hayworth der 50er Jahre, sie in Hamburg dolmetschte.
Die Künstlerin, 1922 in Berlin geboren, arbeitete seit Mitte der 1940er als Photographin für Zeitungen und Magazine wie Kristall, Stern, Der Spiegel oder GEO. Schwerpunkte ihrer Arbeit waren Jazz, Architektur und Neue Musik. Über die Jahre ist ein riesiges Bildarchiv aufgebaut worden, das erst zum Teil erschlossen ist. Ende der 60er Jahre gründete die Photographin die „Bildagentur Susanne Schapowalow“ mit dem Schwerpunkt „Tourismus weltweit“, die sie nach sehr erfolgreichen Jahren 2003 letztendlich verkaufte. Die Künstlerin lebt heute in Bad Malente.
Camera Work AG
Kantstraße 149
10623 Berlin
http://www.camerawork.de
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